Anfang der 1. Strophe:

Der SINN, der sich aussprechen läßt,
ist nicht der ewige SINN.
Der Name, der sich nennen läßt,
ist nicht der ewige Name.
«Nichtsein» nenne ich den Anfang von Himmel und Erde,
«Sein» nenne ich die Mutter der Einzelwesen.
(Richard Wilhelm)

Ist die Führerin des Alls in Worten anführbar,
So ist es nicht die ewige Führerin,
Ist ihr Name nennbar,
So ist es nicht ihr ewiger Name.
Als Unbenennbare ist sie
Die Gebärerin der zehntausend Wesen.
(Erwin Rousselle)

Könnten wir weisen den Weg,
Es wäre kein ewiger Weg.
Könnten wir nennen den Namen,
Es wäre kein ewiger Name.
Was ohne Namen,
Ist Anfang von Himmel und Erde;
Was Namen hat,
Ist Mutter den zehntausend Wesen.
(Günther Debon)










Die 6. Strophe:

Der Geist des Tals stirbt nicht,
das heißt das dunkle Weib.
Das Tor des dunklen Weibs,
das heißt die Wurzel von Himmel und Erde.
Ununterbrochen wie beharrend
wirkt es ohne Mühe.
(Richard Wilhelm)

Die Gottheit des Quelltals ist todlos,
Das ist die dunkle Tiergöttin.
Der dunklen Tiergöttin Schoß
Ist Himmels und der Erde Wurzel.
Wie endloser Faden wohl verharrt sie
Und wirkt ohne Mühe.
(Erwin Rousselle)

Unsterblich ist die Fee des Tals:
So heißt es von der Mystischen Weibheit.
Der Mystischen Weibheit Pforte:
So heißt man die Wurzel von Himmel und Erde.
Endlos wallend, gleichsam gegenwärtig,
Also wirkt sie sonder Beschwerde.
(Günther Debon)



Aus der 62. Strophe:

Warum hielten die Alten diesen SINN so wert?
Ist es nicht deshalb, daß es von ihm heißt:
«Wer bittet, der empfängt;
wer Sünden hat, dem werden sie vergeben»?
(Richard Wilhelm)

Daß das Altertum diese Führerin des Alls
So verehrte, was war der Grund?
Ist nicht gesagt, daß man
Durch Suchen sie findet,
Und daß der Sünder durch sie errettet wird?
(Erwin Rousselle)

Daß die Alten diesen Weg verehrten,
Was war der Grund?
Sagten sie nicht:
Wer sucht, wird auf ihm finden;
Wer schuldig ist, wird auf ihm entkommen?
(Günther Debon)







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